Aromatherapie
Seit Menschengedenken werden gute Düfte zum Heilen, für Wohlbefinden und sinnliche Stunden, zur Körperpflege und für religiös-rituelle Zeremonien verwendet. Ayurveda und Kosmetik in Indien, Mumifizieren im alten Ägypten, das Orakel in Delphi im alten Griechenland bezeugen dies. Im 12. Jahrhundert wurde das Wissen um die Heilkunde mit ätherischen Ölen von den Arabern nach Spanien und Frankreich gebracht und erfuhr dort in den Klöstern höchste Anerkennung.
Während in vergangenen Zeiten das Wissen über ätherische Öle vor allem auf Erfahrungen beruhte, versucht man heute die Wirkung der Öle wissenschaftlich nachzuweisen.
Was sind ätherische Öle?
Ätherische Öle sind Konzentrate, die - bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Lavendel und Minze - nie unverdünnt verwendet werden sollen, denn dies kann zu Reizungen der Haut und Schleimhäute führen.
Hochwertige ätherische Öle verdampfen rasch und hinterlassen im Gegensatz zu herkömmlichen Ölen auf Papier keinen Fettfleck. Um die bestmögliche Haltbarkeit zu garantieren, sollen sie in dunklen Fläschchen an lichtgeschützten Orten bei kühler Zimmertemperatur (ca. 19°C) gelagert werden.
Was bewirken sie?
Zur Gewinnung von ätherischen Ölen werden Wurzeln, Zweige, grüne Blätter, Blüten, Früchte oder Samen verwendet. Je nach Pflanzenart, –teil und Anwendung wirken sie entspannend, krampflösend, belebend, konzentrationsfördernd, desinfizierend, erfrischend, ausgleichend, kraftspendend etc. Je geringer die Konzentration eines ätherischen Öles umso größer die psychische Wirkung, je höher die Konzentration desto stärker die körperliche Wirkung.
Wie können ätherische Öle angewendet werden?
Die Anwendung erfolgt einerseits über den Geruchssinn. Von der Nervenzelle in der Nasenschleimhaut gelangt die Duftinformation bis ins Stammhirn, wo zu einem großen Teil die Gefühlswelt und vegetative Funktionen gesteuert und so durch ätherische Öle beeinflusst werden können.
Andererseits können ätherische Öle über die Haut, z.B. durch Bäder oder Salben, aufgenommen werden. So können beispielsweise krampflösende Öle ihre Wirkung besonders gut entfalten.
Weiters können ätherische Öle inhaliert, sodass diese über die Bronchien ins Blut gelangen, oder eingenommen werden, was zu einer Aufnahme in den Körper über die Magen- und Darmschleimhaut führt. Letzteres sollte keinesfalls ohne Beratung durch einen Fachmann erfolgen, um unangenehme Nebenwirkungen und Reizungen zu vermeiden.
Auch für Kinder geeignet
Säuglinge und Kinder haben einen wesentlich ausgeprägteren, sensibleren Geruchsinn als Erwachsene. Als grobe Richtlinie bei der Dosierung von ätherischen Ölen gilt: für Kinder etwa die Hälfte der Erwachsenendosis und für Kleinkinder ein Viertel. Für Kinder eignen sich besonders Blütendüfte und milde Zitrusdüfte, z.B. Rose, Lavendel, Mandarine, Bergamotte, Orange, Vanille. Vorsicht in der Schwangerschaft und bei Babys.